Teilzeit

TIPP!

Lehnt der Arbeitgeber den Teilzeitanspruch des Arbeitnehmers ab, ist zu prüfen, ob er hierfür hinreichende betriebliche Gründe hat und die Ablehnung auch frist- und formgerecht ist. Unterläuft dem Arbeitgeber hierbei ein Fehler, könnte bereits aufgrund des Fehlers eine Arbeitszeitverringerung nach den Wünschen des Arbeitnehmers eingetreten sein. Vom Teilzeitwunsch bis hin zur Durchsetzung des Anspruchs hilft Ihnen ein Fachanwalt für Arbeitsrecht weiter.

Was unter Voll- und was unter Teilzeit zu verstehen ist, hängt immer von dem jeweiligen Betrieb ab, in dem man arbeitet. Während bei dem einen Arbeitgeber eventuell 40 Stunden pro Woche „Vollzeit“ entsprechen, können es anderswo 48 oder 35 Stunden sein. Wenn die eigene Arbeitszeit nach unten hin von der eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers abweicht, spricht man von Teilzeit.

Grundsätzlich lassen sich die zwischen den Parteien des Arbeitsvertrages vereinbarten Bedingungen, wie z. B. das Entgelt aber auch die Arbeitszeit, nicht einseitig abändern. Arbeitnehmer, die im Rahmen eines Vollzeitarbeitsverhältnisses beschäftigt sind, können jedoch einen Anspruch auf eine Reduzierung der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit haben. Ein solcher Anspruch kann im Arbeitsvertrag verankert sein oder sich aus einem anwendbaren Tarifvertrag ergeben. Vor allem aber bestehen verschiedene gesetzliche Ansprüche auf eine Verringerung der Arbeitszeit. Der in der Praxis wohl bedeutendste Anspruch findet sich in § 8 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG). Er gewährt Arbeitnehmern, deren Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate bestanden hat, einen Anspruch auf eine Verringerung der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit. Möchte ein Arbeitnehmer eine Verringerung der Arbeitszeit erreichen, muss er dies bei seinem Arbeitgeber unter Einhaltung bestimmter inhaltlicher Anforderungen beantragen. Sodann sollen die Arbeitsvertragsparteien eine Einigung erzielen.

Soweit betriebliche Gründe nicht entgegenstehen, hat der Arbeitgeber dem Teilzeitwunsch des Arbeitnehmers zuzustimmen. Hier gibt es reichhaltiges Konfliktpotential zwischen den Vertragsparteien, weil nicht jeder Grund, den ein Arbeitgeber dem Teilzeitwunsch entgegenhalten möchte, auch wirklich ein „betrieblicher Grund“ im Sinne des TzBfG ist. Nicht selten muss am Ende das Arbeitsgericht über den Teilzeitwunsch des Arbeitnehmers entscheiden.

Übrigens: Auch die Voraussetzungen für eine Verlängerung der Arbeitszeit, also beispielsweise der Wechsel von einem Teilzeit- auf einen Vollzeitarbeitsplatz, sind gesetzlich geregelt.


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