Abfindung

Auch wenn die Zahlung einer Abfindung in der arbeitsrechtlichen Praxis im Rahmen von beendeten Arbeitsverhältnissen häufig eine Rolle spielt, besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Zahlung einer Abfindung, wenn ein Arbeitsverhältnis sein Ende findet. Einen gesetzlichen Automatismus, der die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses mit einem Anspruch auf eine Abfindung verknüpft, gibt es nur in denjenigen (seltenen) Fällen, in denen ein Arbeitsverhältnis trotz unwirksamer Kündigung auf Antrag einer Partei per Urteil aufgelöst wird (§§ 9, 10 KSchG).

TIPP!

Die Höhe einer Abfindung ist reine Verhandlungssache. Als Orientierungsmaßstab kann eine in der arbeitsrechtlichen Praxis weit verbreitete Formel dienen, die für jedes Beschäftigungsjahr eine Abfindung in Höhe eines halben Brutto-Monatsgehalts vorsieht. Allerdings gibt es auch durchaus Konstellationen, die eine deutlich höhere Abfindung rechtfertigen. Die eigene rechtliche Position ist für die Verhandlung von entscheidender Bedeutung. Daher ist es unerlässlich, entsprechende Verhandlungen durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht begleiten zu lassen.

Um sich der Abfindungsthematik zu nähern, muss stets unterschieden werden, auf welche Weise das Arbeitsverhältnis sein Ende findet. Drei Varianten sind dabei die Regel: Das Arbeitsverhältnis endet durch eine Kündigung, es endet, weil die Arbeitsvertragsparteien einen Aufhebungsvertrag geschlossen haben oder das Arbeitsverhältnis war befristet und endet durch Zeitablauf oder Zweckerreichung.

Endet das Arbeitsverhältnis aufgrund einer Kündigung oder aufgrund einer Befristung besteht regelmäßig kein Anspruch auf eine Abfindung. Das Arbeitsverhältnis wird bis zu seinem Ende regulär vergütet. Anschließend besteht jedoch kein Anspruch auf Zahlung einer Abfindung, wenn die Parteien des Arbeitsvertrages dies nicht ausdrücklich im Arbeitsvertrag vereinbart haben oder ein Tarifvertrag einen solchen Anspruch vorsieht. Beides ist äußerst selten.

Einigen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer jedoch auf eine einvernehmliche Beendigung des Arbeitsvertrages, beinhaltet eine solche Vereinbarung nicht selten auch die Zahlung einer Abfindung durch den Arbeitgeber. Dies wird vor allem dann der Fall sein, wenn sich der Arbeitgeber gerne von seinem Arbeitnehmer trennen möchte, die Chancen für eine einseitige Beendigung durch den Arbeitgeber jedoch gering sind, z.B. weil der Arbeitnehmer Kündigungsschutz genießt. Hier kann die Zahlung einer Abfindung als Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes den Weg für eine gütliche Einigung ebnen, die beiden Parteien gerecht wird.


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